Abfall - ein neuer klimafreundlicher Rohstoff

Das Thema Abfall-Recycling stand am Samstag für die FDP Bezirk Zurzach im Mittelpunkt.

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(ef) Die Rückgewinnung von Abfall wird zur ressourcenschonenden Nutzung von Rohstoffen immer wichtiger. Die FDP des Bezirks Zurzach hat sich am Samstag bei der Firma Häfeli-Brügger AG in Klingnau mit dieser Angelegenheit auseinandergesetzt. Walter Häfeli gab den Teilnehmenden einen Einblick in die Thematik der Entsorgung und Wiederaufarbeitung. Der Schwerpunkt der Ausführungen lag beim Kunststoff-Recycling. Bevor sich die Teilnehmenden mit Wurst, Mineral oder Bier stärken konnten, sprach Nationalratskandidatin Claudia Hauser kurz über das neue Littering-Gesetz.

Mithilfe beim Entsorgen

Von 11 bis 13 Uhr boten Mitgliedern vom #Team FDP den Leuten beim Entladen ihrer Fahrzeuge Hilfe an. Mit dabei war auch die Nationalratskandidatin der jungfreisinnigen, Andrea Laube. Der Arbeitseinsatz gab, wie Claudia Hauser abschliessend bilanzierte, einen interessanten Einblick in das Entsorgungswesen. Sie sei erstaunt über die Komplexität der Materie. Beindruckt habe sie die Disziplin der Leute und der Verlauf des ganzen Prozesses. Solche praktischen Erfahrungen am Ort des Geschehens sei für sie als Politikerin wertvoll. Geschätzt habe sie auch die vielen guten Gespräche mit den Leuten. Es sei noch viel zu tun. Sie sehe aber, dass die Probleme des Alltags auch ohne neue Vorschriften und Gesetze gelöst werden können.

Bis 400 Anlieferungen pro Woche

Nach 13 Uhr folgte eine Führung durch die ganze Sammelstelle. Diese gab einen umfassenden Einblick in die Komplexität der Entsorgungsaufgabe. Die Firma Häfeli-Brügger AG beschäftigt 70 Mitarbeitende. Das Areal umfasst rund 35‘000 m2. Die Regionale Sammelstelle wurde 2012 eröffnet. Pro Woche verzeichnet die Sammelstelle rund 300 – 400 Anlieferungen. Seit kurzem verfügt die Firma als Ergänzung zur Regionalen Sammelstelle auch über ein Sammel-Mobil, mit welchem den Gemeinden die Möglichkeit geboten, die Abfälle ihrer Einwohner fast vor der Haustür einzusammeln. Damit können Transportwege verkürzt und CO2 eingespart werden.

Separierung gibt weniger Abfall

Bei der Anlieferung des Abfalls müssen die Mitarbeitenden der Sammelstelle nicht nur nach gebührenfreien und gebührenpflichtigen Abfällen unterscheiden, sondern auch auf die Trennung in die verschiedenen Abfallgruppen achtet. Gebührenfreie Stoffe ergeben für die Entsorgungsfirma einen Erlös aus der Wiederverwertung. Bei Haushaltgeräten und einigen anderen Abfallprodukten wird die Firma für den Entsorgungsaufwand aus dem Fond der vorgezogenen Entsorgungsgebühr entschädigt. Die Verwertung der Stoffe ergebe aber immer weniger Erlös. So sei der Preis für Altpapier von 150 Franken pro Tonne vor ein paar Jahren auf heute 40 Franken gesunken. Dieselbe Entwicklung gebe es auch beim Metall. Neue Rohstoffe aus China, wären immer noch billiger als rezyklierte, sagte Walter Häfeli. Für eine optimale Wiederverwertung mit wenig nicht verwertbarem Abfall sei eine gute Trennung der verschiedenen Stoffe wichtig. Dazu könne jeder persönlich, bereits vor der Anlieferung, mit einer guten Separierung beitragen. 

Kunststoffsammelquote erhöhen

Während die Rückgewinnungsquote beim Glas heute bei rund 95 Prozent liegt, wird vom Kunststoff erst 2 – 3 Prozent der Wiederverwertung zugefügt. Mit dem vor einiger Zeit lancierten Kunststoff-Sammelsack möchte man, wie Walter Häfeli in seinen Ausführungen zum Recyclingprozess erwähnte, diesen Anteil wesentlich erhöhen. Im Moment würden aber regulatorische oder strukturelle Konstellationen das separate Sammeln von Kunststoff teilweise noch erschweren. Der technische Fortschritt sei in diesem Bereich schneller als die Gesetzgebung. So dürfen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen mit den rezyklierten Kunststoffen, obwohl dieser einwandfrei ist, keine Produkte für den Lebensmittelbereich hergestellt werden. Gesetzliche Vorschriften lassen auch kein rezyklieren von Tetrapackungen zu. Walter Häfeli wünscht sich von der Politik statt starrer Vorschriften, Rahmenbedingungen, die ein innovatives Handeln erlauben,

Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz

In seinen Ausführungen gab Walter Häfeli einen Einblick in den Sammelprozess und das Verfahren zur Wiederaufarbeitung des gesammelten Kunststoffes. Bei Häfeli-Brügger AG werden diese, um die Transportkosten tief zu halten, in Ballen gepresst und nach Rheinfelden transportiert. Hier werden sie in mehreren Verarbeitungsschritten aufgearbeitet. Von einem Sack können 50 - 55 Prozent sauberer Rohstoff für die Kunststoffindustrie sowie zirka 15 -18 Prozent andere Stoffe wie Metall oder Papier (Etiketten) rezykliert werden. Der Rest wird thermisch verwertet. Die Recyclingquote hängt im Wesentlichen vom Anteil „Fremdstoffe“ im Sammelsack ab. Aus diesem Grund steht auf dem Sack auch, was nicht hineingehört. So oder so, mit dem Sammeln von Kunststoff kann die Umwelt geschützt und Erdölressourcen eingespart, also ein echter Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden. Erfreulicherweise würden auch bereits viele Kommunen beim gezielten Sammeln mitmachen.

Es stirbt keine Kuh weniger

Mit einem Kurzreferat stellte Claudia Hauser die Entstehungsgeschichte des neuen Litterings-Gesetzes vor. Umweltsünder können neu mit 300 Franken gebüsst werden. Hacken an der Sache sei einzig, dass der Übeltäter von der Polizei in flagranti erwischt werden müsse. Das Risiko dazu sei enorm klein und das Gesetz deshalb wirkungslos. Claudia Hauser glaubt den auch nicht, dass wegen des Littering-Gesetzes eine Kuh weniger sterben müsse.      

Weitere Anlässe

Zum Schluss der Veranstaltung wurde noch auf die nächsten Anlässe verwiesen. Vom 11. – 13. Oktober hat die FDP an der EXPO Surbtal im Sektor Genuss und Sinne einen Stand. Betreut wird dieser vom #Team FDP und den FDP Kandidatinnen und Kandidaten. Am 12. Oktober wird auf dem Ausstellungsplatz der Firma Häfeli-Brügger AG zudem auch Ständeratskandidat Thierry Burkart mit seinem Risotto-Bus zu Gast sein.  Am 16. Oktober spricht Sybil Schreiber mit Claudia Hauser im Hirschli in Bad Zurzach über das Lesen und Wandern, zwei weiteren Hobbys der Nationalratskandidatin. Zur Sprache kommt an diesem Abend auch Hauser‘s Nepalreise vom Frühling dieses Jahres. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Informationen sind auf den Web-Seiten www.hauser-claudia.ch oder www.fdp-bezirk-zurzach.ch zu finden.